Die heilige Teresa von Ávila

Teresa von Ávila (Peter Paul Rubens)
Teresa von Ávila (Peter Paul Rubens)

Die heilige Teresa von Ávila war temperamentvoll, schlagfertig und nie um eine Antwort verlegen. In einer stürmischen Nacht holperte sie in einem alten Pferdekarren, der von zwei altersschwachen Ochsen gezogen wurde, über eine matschige Straße in Spanien. Es blitzte und donnerte; da fingen die Ochsen in panischer Angst an zu rennen. Ein Rad des Wagens blieb in einem tiefen Loch stecken, und der Wagen schlingerte so heftig, dass Teresa hinunterstürzte und mit dem Gesicht im Dreck landete. Teresa wusste, dass man Gott für alles dankbar sein sollte; aber in diesem Fall fiel ihr das nicht leicht. Unvermittelt hörte sie die Stimme ihres geliebten Herrn Jesus:
«Verzweifle nicht, Teresa, sondern wachse an diesem Unglück-so etwas vergönne ich nur meinen treuesten Freunden. »
Teresa dachte einen Augenblick nach; dann hob sie ihr schlammverkrustetes Gesicht gen Himmel und antwortete:
«Vielleicht hast du deshalb so wenige.»
Aus “Die goldenen Regeln des friedvollen Kriegers” von Dan Millman